Wir informieren über die
Schmerztherapie und
Schmerz-Analyse
Unser "Diagnosefinder"
Erfahrene
Schmerztherapeuten in Ihrer Nähe
Schmerztherapie erfordert Geduld (von Arzt und Patient) und vor allem Erfahrung.
Die Schmer zklinik Bad Me rgent heim wurde von Herrn Dr. Rolf Leese r 1983 gegründet, zeitgleich mit der Schmer zpraxis, in der Herr Dr. Leese r noch heute aktiv tätig ist. Auf seine Initiative hin kam 1987 in Bad Mergentheim eine zweite Schmerztherapie-Klinik hinzu, die Schmer zklinik am Ar kauwald.
Die Schmerztherapie hat in Bad Me rgent heim also Tradition und Tradition bringt Erfahrung.
Zu Beginn einer Schmerztherapie ist eine genaue Schmerz-Analyse unerläßlich. Eine treffsichere Schmerz-Analyse trägt wesentlich zum Therapieerfolg bei.
Natürlich ist eine fachgerechte Schmerz-Analyse zeitaufwendig, aber in Anbetracht des Leidensweges der betroffenen Patienten sicherlich gerechtfertigt. Wer sich diese Zeit nicht nimmt, sollte von der Schmerztherapie die Hände weglassen.
Ein Beispiel für die Wichtigkeit einer genauen Schmerz- Analyse für die Schmerztherapie:
Ein Patient klagt über Schmerzanfälle hpts. im
Bereich der Schläfe, einhergehend mit einer Rötung des Auges, Verschmälerung
der Lidspalte und gleichseitiges Nasenträufeln. Eigentlich braucht der
(erfahrene) Arzt gar nicht weiter zu fragen, hier liegt offensichtlich ein Cluster-Kopfschmerz
vor. Im Rahmen der Schmerztherapie verordnet er die üblichen Therapien, aber leider ohne jeden Erfolg. Warum?
Ganz einfach - er hat unterlassen die Anfallshäufigkeit und die Anfallsdauer
sowie das tageszeitliche Auftreten genau zu hinterfragen. Bei diesem Patient
halten die Anfälle nämlich maximal 30 Minuten an, kommen 4 oder 5 mal pro Tag,
teilweise noch öfter und sind unregelmäßig sowohl über die Nacht als auch
den Tag verteilt. Dieses Muster ist nicht typisch für den Cluster-Kopfschmerz
sondern für die paroxysmale
Hemikranie. Nunmehr verordnet der Arzt Indometacin und die Schmerztherapie
ist erfolgreich.
Mit einer genauen Schmerz-Analyse wäre es nicht zu dieser Fehldiagnose gekommen
und dem Patient wären schmerzvolle Tage erspart geblieben.
Eine genaue Anleitung zur Schmerzanalyse enthält die Datei: www.schmerzanalyse.de
In der modernen Schmerztherapie
unterscheidet man akute Schmerzphasen von chronischen Schmerzerkrankungen. Akute
Schmer
zen sind meist durch eine Gewebeschädigung
hervorgerufen und gehen parallel zur Ausheilung des Gewebeschadens zurück. Sie
sind daher selbstbegrenzend und erfüllen meist eine sehr sinnvolle Warnfunktion
sowie edukatorische Funktionen (= zwingen
häufig in eine bestimmte Schonhaltung, sie weisen auf die schädliche Wirkung
toxischer Stoffe hin etc.).
Die Behandlung akuter Schmerzzustände,
einschließlich der postoperativen Schmerztherapie, stellt heute ein gut
beherrschbares Problem dar, da die zur Verfügung stehenden
Analgetika
(= Schmerzmedikamente) in der Regel
gut wirksam sind. Bei sehr starken Schmerzzuständen, wie beispielsweise nach
einer Operation, kommen häufig auch Opioide (=
morphinähnliche Medikamente) erfolgreich zum Einsatz.
Die eigentliche Herausforderung in der
Schmerztherapie stellen hingegen chronische
Schmer
zen (= lang andauernde
Schmer
zen) dar.
1986 wurde von der „Internationalen Gesellschaft zum Studium von Schmerz“ (IASP)
folgende Definition für den Begriff Schmerz festgelegt: „Schmerz ist ein
unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit aktuellen oder potentiellen
Gewebsschädigungen verknüpft ist oder mit Begriffen solcher Schädigungen
beschrieben wird.“ Diese Definition berücksichtigt die Beobachtung, daß es bei
chronischen Schmer
zen häufig zu einer Entkopplung der
Schmer
zen von der
Gewebsschädigung kommt bzw. es keine nachweisbare primäre Gewebsschädigung gibt.
Ein Beispiel hierfür sind persistierende (=
anhaltende)
Schmer
zen nach einer „gelungenen“ Nukleotomie
(= Bandscheiben-Operation), d.h. ein Postnukleotomiesyndrom.
Als
Beispiel für Schmer
zen ohne ein entsprechendes somatisches
(= körperliches) Korrelat sei hier die
somatoforme Schmerzstörung genannt. Neuere Daten weisen darauf hin, daß 12
Millionen Bundesbürger in ihrem Leben zumindest vorübergehend unter einer
somatoformen Schmerzstörung leiden!
Die Behandlung von chronischen
Schmer
zen
wirft erhebliche diagnostische (= Erkundung der Schmerzursache), sozialmedizinische (vor
allem arbeitsmedizinische) und therapeutische Probleme auf.
Die chronischen
Schmer
zen werden mit der
Zeit zu einem zunehmend eigenständigen Krankheitsbild („Schmerzkrankheit“), das
wie oben erwähnt, häufig weitgehend unabhängig von Gewebsschäden die
körperlichen, seelischen und sozialen Fähigkeiten des Patienten zunehmend
einschränkt.
Typisch ist auf körperlicher Ebene die schmerzbedingte Zunahme der Bewegungsarmut, das Einnehmen von Schonhaltungen mit entsprechenden Fehlbelastungen der Gelenke und muskulären Strukturen sowie die Durchführung von nicht indizierten (= nicht gut begründeten) operativen Eingriffen (iatrogene Schädigung = vom Arzt verursacht Schädigung).
Auf seelisch-emotioneller Ebene spielen vor allen Dingen depressive Verstimmungen, das Gefühl einer zunehmenden Ohnmacht, Müdigkeit und Erschöpfung sowie Angst vor weiteren Einschränkungen eine entscheidende Rolle. Bei stärker chronifizierten Schmerzpatienten bilden sich zudem vegetative (= das unterbewußte Nervensystem betreffende) Beschwerden wie vermehrtes Schwitzen, innere Unruhe, Tachykardien (= schneller Puls), Ein- und Durchschlafstörungen, Sodbrennen und Globusgefühl (= „Kloßgefühl im Hals“) aus.
Die zwischenmenschlichen (sozialen) Einschränkungen beziehen sich sowohl auf das familiäre Umfeld als auch auf den Freundeskreis und die Arbeitswelt. Durch die o.g. Leistungseinschränkungen wird eine gleichberechtigte Interaktion häufig verhindert und der chronisch Schmerzkranke sieht sich häufig mit Konflikten in der Familie, im Arbeitsverhältnis sowie im Freundeskreis konfrontiert. Am Ende kann das zu einem weitgehenden Rückzug und zu erheblichen finanziellen Problemen führen.
Aufgrund dieser komplexen Problematik entstand zunehmend das Bedürfnis nach einer zusätzlichen Qualifikation zur Betreuung dieser chronischen Schmerzpatienten. 1996 wurde von der Bundesärztekammer in Deutschland die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ verabschiedet. Diese Zusatzqualifikation kann von patientenorientierten Fachärzten erworben werden und setzt eine 80-stündige standardisierte theoretische Weiterbildung sowie die hauptamtliche ganztägige Arbeit in einem Ausbildungszentrum für „Spe zielle Schmerztherapie“ (Schmerzklinik) für mind. 1 Jahr voraus. Die Zusatzbezeichnung „Spe zielle Schmerztherapie“ wird erst nach einer mündlichen Prüfung seitens der Landesärztekammer vergeben.
Folgende Krankheitsbilder werden sinnvollerweise von Fachärzten mit Zusatzbezeichnung „Spe zielle Schmerztherapie“ behandelt/mitbehandelt:
|
Kopfschmerzen: Migräne mit Aura, Migräne ohne Aura, Clusterkopfschmerz, |
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Spannungskopfschmerz, paroxysmale Hemikranie |
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Gesichtsschmerzen: Trigeminusneuralgie, atypische Gesichtsschmerzen, |
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Costen-Syndrom (myofaziale Dysfunktion), Dentalgie (= Zahnschmerz) |
|
Rückenschmerzen: Zervikobrachialgie (mittleres und unteres HWS- |
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Syndrom, Zervikozephalgie, (oberes HWS-Syndrom), BWS-Syndrom, |
|
(= Schmer zen nach einer Bandscheibenoperation), Lumboischialgie, Ischialgie |
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Piriformis-Syndrom, Sakralgie, Kokzygodynie (= Steissbeinschmerzen) |
|
Gelenkschmerzen: Periarthropathia humeroscapularis, chronifiziertes |
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Impingementsyndrom, Schmer zen im Ellbogenbereich, Epicondylopathia |
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radialis und ulnaris („Tennisellenbogen / Golferellenbogen“), |
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Handgelenks- und Fingerbereich, Schmer zen bei Heberdenarthrose, |
|
Schmer zen bei Bouchard-Arthrose, Coxarthrose, Gonarthrose, |
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Muskuläre Schmerzsyndrome: Fibromyalgie, generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom |
|
Entzündliche Schmerzerkrankungen: bes. rheumatischer Formenkreis |
|
Neuropathische Schmerzen (= durch Schäden an den Nerven verursachte Schmerzen): |
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Stumpfschmerz und Phantomschmerzen, Kausalgie (CRPS Typ II), Schmer zen |
|
nach Schlaganfall, Schmer zen bei kompletter oder inkompletter |
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Querschnittlähmung (zentrales Schmerzsyndrom), Schmer zen bei Plexusausriss, |
|
Leistenschmerzen nach Hernienrevisionen mit Nervenschädigungen, |
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Polyneuropathie, postzosterische Neuralgie (= Gürtelrose), Interkostalneuralgie |
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und andere Neuralgien |
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Sympathalgie (= vom sog. autonomen Nervensystem ausgehende Schmer zen): |
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Morbus Sudeck (CRPS Typ I), Kausalgie (CRPS Typ II) |
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Viszerale Schmerzsyndrome: insbesondere Bauchschmerzen bei |
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Verwachsungsbauch sowie bei nicht eindeutig zuzuordnenden und |
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daher nicht kausal (= ursächlich) angehbaren Abdominalschmerzen |
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Ischämische Schmerzen (= Schmerz aufgrund schlechter Durchblutung) ohne Möglichkeit |
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einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) Therapie bzw. Begleittherapie |
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Psychogene Schmerzerkrankungen: somatoforme Schmerzstörung |
|
Algogenes Psychosyndrom (= beschreibt die Eingrenzung und Zentrierung |
|
des persönlichen Erlebens auf die Schmerzerkrankung) |
Die „Spe zielle Schmerztherapie“ ist aufgrund der Beeinträchtigung sowohl körperlicher als auch seelischer und sozialer Fähigkeiten durch eine chronische Schmerzerkrankung auf multimodale Therapiekonzepte ausgelegt. D.h., daß neben körperlichen Behandlungen auch andere Verfahren zur Schmerztherapie eingesetzt werden sollten.
Das Spektrum der modernen Schmerztherapie:
Im Folgenden werden spezielle Behandlungsmethoden im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie erläutert, die einen wichtigen Platz im Rahmen einer multimodal angelegten Schmerztherapie einnehmen können.
Unter dem Begriff "therapeutische Lokalanästhesie
" werden sämtliche Schmerzausschaltungsmethoden, deren Wirkung auf
Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) beruhen, zusammengefaßt.
In der Schmerztherapie wird die therapeutische Lokalanästhesie in Form von
örtlichen Infiltrationsanästhesien, Nerven- und Leitungsblockaden,
rückenmarknahen und Grenzstrangblockaden durchgeführt. Hauptsächlich werden
dazu lang wirkende Lokalanästhetika,
z.B. Bupivacain verwendet. Die wiederholten Betäubungen können in Form von
Einzelinjektionen durchgeführt werden, mit dem Nachteil, daß diese oft
schmerzhaft sind und die Treffsicherheit nicht jedesmal gewährleistet ist.
Die Erfolgschancen sind um so größer, wenn der betroffene Nerv über einen
längeren Zeitraum sozusagen anhaltend betäubt werden kann. Dies bedeutet aber,
daß täglich 4-5 Einzelinjektionen an derselben Stelle notwendig sind. Man kann
sich vorstellen, daß diese Handhabung für den Patienten oftmals eine Tortur
bedeutet und sich deshalb meist nicht so konsequent durchführen läßt.
Dieses Problem haben wir für einige Nerven durch die Anwendung der sog.
kontinuierlichen Blockade mittels eines Katheters gelöst. Dabei wird der dünne
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine
handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“
werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach
Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig
schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des
örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe
angeschlossen werden.
Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung
so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der
Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen
möglich bleiben.
Nach längerer Schmerztherapie (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in
den meisten Fällen deutliche Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf
zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen
Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung
resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei
Schmer
zen, die durch entzündliche oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte)
Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine
solche Behandlung auch das „Schmerzgedächtnis“ im Gehirn zu löschen.
Folgende Katheterblockaden wurden in Bad Me rgent heim entwickelt und werden seit vielen Jahren mit hoher Treffsicherheit routinemäßig zur Schmerztherapie angewendet:
Nervus femoralis (vorderer
Oberschenkelnerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des
Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kanüle in der
Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nervenscheide (Gewebsumhüllung
des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3
Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes
so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die
Schmerzempfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
Anwendungsgebiete: Schmerztherapie bei
Oberschenkelschmerzen (z.B. nach Amputationen),
Kniegelenkschmerzen (Arthrosen
usw.) und zum Teil Unterschenkelbeschwerden (vorderer und innerer Anteil).
Zur Schmerztherapie im Hüftgelenks- und
Leistenbereich kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog.
3 in 1-Block oder die Plexus lumbalis-Blockade): Wenn man die Menge
der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des
Einspritzens den Oberschenkel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben
getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Nerven, die die
genannten Körpergebiete versorgen.
N. ischiadicus: Bei dieser
Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesäß,
den Ischiasnerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen
Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den
folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine
verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach
Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer
Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
Anwendungsgebiete: Schmerztherapie im Bereich des Fußes (Morton
Neuralgie, Fersenschmerzen,
Tarsaltunnel
Syndrom) äußerer und hinterer Unterschenkel (z.B. Fibulaköpfchen
Syndrom) sowie rückwärtiger Oberschenkel
N. intercostalis
(Zwischenrippennerv): Dabei legen wir einen Katheter unterhalb der zugehörigen
Rippe ein und spritzen über den Schlauch schmerzfrei alle 4-5 Stunden 2-4 ml
einer höherprozentigen Lokalanästhetikalösung ein. Wir wenden diese Methode
hauptsächlich zur Schmerztherapie bei der sog. Interkostalneuralgie,
Thorakalsyndrom,
Brustkorbschmerzen
und Mastodynie
an.
Unterarmnerven: Die Nerven
ulnaris, radialis und medianus können bei entsprechendem Schmerzbild ebenfalls
mit einem Katheter versorgt werden. Dabei genügen mehrmals täglich nur wenige
Milliliter eines örtlichen Betäubungsmittels, um deutliche Schmerzlinderung oder
Schmerzfreiheit zu erzielen. (z.B. Unterar mschmerzen,
Sulcus-ulnaris-Syndrom)
Anwendungsgebiete: z.B. Karpaltunnel
Syndrom, Cheiralgia
paraesthetica.
Die sog. paravertebrale
Kathetertechnik: Dabei pflanzen wir den Katheter neben der Wirbelsäule an
die betroffene Nervenwurzel ein, ebenfalls mittels einer Blindpunktion. Die
korrekte Lage haben wir auch hier durch eine elektrische Stimulation überprüft.
Diese Methode kommt hauptsächlich bei relativ eng umschriebenen Lumbalsyndromen
(Kreuzschmerzen) zur Anwendung.
Der sog. Triggerpunktkatheter:
Triggerpunkte sind eng umschriebene Gewebsareale. Z.B. durch mechanischen Druck
auf diese umschriebenen Gewebsbereiche läßt sich die für den Patient typische
Schmerzsensation auslösen oder deutlich verstärken. Wird der Bereich mit einem
örtlichen Betäubungsmittel infiltriert, setzt in der Regel prompt eine deutliche
Schmerzlinderung, oft auch Schmerzfreiheit ein, zunächst jedoch meist nur für
die Dauer der Wirkzeit des verwendeten örtlichen Betäubungsmittels. Wenn die
jeweilige schmerzlindernde oder schmerzstillende Wirkung reproduzierbar ist,
kann ein Katheter implantiert werden. Anwendung: Zur Schmerztherapie umschriebener myofaszialer
Schmerzen.
Die kontinuierliche Blockade des
Ganglion Stellatum: Das Ganglion Stellatum ist eine Schaltstelle im sog.
Grenzstrang und ist paarig im tieferen Halsbereich angeordnet. Nach Infiltration
des Ganglions mit einem örtlichen Betäubungsmittel kommt es zu einer sehr
deutlichen Mehrdurchblutung im gleichseitigen, sog. oberen Quadranten
(Kopfhälfte, Schul ter-/Ar mbereich und Brustkorbhälfte). Es ist unseren Ärzten
schon 1987 gelungen, auch dafür eine Kathetermethode zu entwickeln. Der Katheter
wird dabei von vorne, neben der Luftröhre eingebracht. Diese Methode kann auch
beidseitig angewendet werden, allerdings muß die Füllung alternierend
(= abwechselnd mit Zeitabstand)
erfolgen.
Die Stellatumblockade mittels einer Injektion gehört an sich schon zur
"hohen Schule" der Schmerztherapie und wird nur von wenigen, erfahrenen Ärzten
durchgeführt, nicht zuletzt wegen den Komplikationsmöglichkeiten. Die
Möglichkeit einer kontinuierlichen Blockade mit einem Katheter ist daher
optimal. Auch diese Methode wird derzeit nur bei uns durchgeführt.
Anwendungsgebiete: z.B. Schmerztherapie bei Gesichtsschmerzen,
Ar mplexusausriß,
Qudrantensyndrome.
Die nächsten Methoden sind in der Anästhesie schon bekannt, wurden aber zur Schmerztherapie von uns teilweise modifiziert:
- Die kontinuierliche Blockade des
Plexus brachialis (= Armnervengeflecht)
mit Katheter: Bei dieser Methode wird im Bereich der Innenseite des Oberarmes,
nahe der Achselhöhle in örtlicher Betäubung der Ar mnerv mit einer Kanüle
aufgesucht. Dann wird durch diese Kanüle hindurch ein dünner Kunststoffschlauch
in die Nervenscheide (den Nerv umhüllendes Gewebe) eingeführt und nach oben, zur
Schul ter
hin, vorgeschoben. In den nächsten 2-3 Wochen wird der
Kunststoffschlauch mehrmals täglich (bei Bedarf auch nachts) mit einem örtlichen
Betäubungsmittel aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt,
daß die aktive Beweglichkeit erhalten bleibt, die Schmerzempfindlichkeit jedoch
deutlich herabgesetzt oder aufgehoben ist. Während der Behandlung wird die Schul ter-/Ar m-Region deutlich besser durchblutet. Im Stadium der deutlichen
Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit kann dann intensiv und vor allem sinnvoll
krankengymnastisch behandelt werden.
Anwendungsgebiet: Schmerztherapie im Bereich der Ar me
(z.B. Tennisar m).
Spritzt man in den Kunststoffschlauch
eine größere Menge (z.B. 35-45 ml) von dem örtlichen Betäubungsmittel ein und
staut gleichzeitig den Oberar m ab, dann wird der gelöste Wirkstoff innerhalb der
Nervenscheide bis hoch zu den Nervenwurzeln im Halswirbelsäulengebiet getrieben
und wirkt auch dort schmerzlindernd. Auf diese Weise kann ein sog. HWS-Syndrom
behandelt werden, zumal der Kunststoffschlauch auch beidseitig eingepflanzt
werden kann. Die Erfolge mit dieser Methode sind zum Teil erstaunlich.
- Die kontinuierliche
Periduralanästhesie mit Katheter wird zur Schmerzausschaltung bei Operationen
allgemein oft angewendet, sie eignet sich vorzüglich auch zur Schmerztherapie. Bei dieser Methode wird im Bereich der Lendenwirbel (oder
auch höher) ein dünner Kunststoffkatheter in örtlicher Betäubung eingelegt.
Dieser wird dann mehrmals täglich mit einer lang wirkenden, örtlichen Betäubungsmittellösung aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so
gewählt, daß die Beweglichkeit, bzw. Kraft, nicht oder kaum eingeschränkt ist,
so daß sich der Patient trotzdem frei bewegen kann. Gleichzeitig ist aber die
Schmerzempfindlichkeit im Bereich der unteren Körperhälfte vermindert oder gar
aufgehoben. Zusätzlich nimmt die allgemeine Durchblutung in diesem Bereich zu.
Anwendungsgebiet: Schmerztherapie in der mehr
unteren Körperhälfte (z.B. Bauchschmerzen)
Aktualisiert: 02.10.05
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